Ein Vorzeigeprojekt für die Wärmewende: Nachhaltige Wärmeversorgung vom ITK‑Netzknoten ins Wohnquartier

Ein Vorzeigeprojekt für die Wärmewende: Nachhaltige Wärmeversorgung vom ITKNetzknoten ins Wohnquartier

Mitten in Berlin-Schöneberg steht ein Gebäude mit bewegter Geschichte: das Pallasseum. Der denkmalgeschützte Wohnkomplex aus den 1970er-Jahren wird klimafreundlich beheizt – mit Abwärme aus einem benachbarten Telekom ITK-Netzknoten (Information und Telekommunikation). Gemeinsam mit der GEWOBAG und der GASAG Solution Plus haben wir eine Lösung entwickelt, die bislang ungenutzte Energiequellen systematisch erschließt und in eine nachhaltige Wärmeversorgung überführt.

Das Projekt, unter Leitung von nutzt optimal die im ITK-Netzknoten  entstehende Niedertemperatur-Abwärme von unter 30 °C. Diese wird über moderne Wasser-Wasser-Wärmepumpen auf eine nutzbare Temperatur von 75 °C angehoben. Mit einer erzeugten Wärmeleistung von 800 kW wird die Energie über bestehende Leitungen zur Übergabestation transportiert und von dort über eine rund 140 Meter lange Nahwärmetrasse in die Heizzentrale des Pallasseums geleitet, erklärt uns Projektleiter Norbert Kalhoff PASM Bereich Technology Development, Fachlead Innovation. Auf diese Weise werden rund 500 Wohnungen zuverlässig mit Heizenergie und Warmwasser versorgt.

Die Wärmepumpe bildet das technische Herzstück der Lösung. Sie macht aus bislang ungenutzter Abwärme eine stabile, planbare und wirtschaftlich tragfähige Wärmequelle. Gleichzeitig entsteht ein zusätzlicher Systemnutzen: Die Wärmepumpe unterstützt den Kaltwasserkreislauf des ITK-Netzknoten und trägt damit zur effizienten Klimatisierung bei. Energie wird nicht nur bereitgestellt, sondern ganzheitlich optimiert.

Die Umsetzung des Projekts stellte, insbesondere auf Seiten der PASM, hohe Anforderungen an Planung und Realisierung. Teile der Infrastruktur befinden sich im über 100 Jahre alten, denkmalgeschützten Konzernhaus (ehemaliges Fernmeldeamt der Deutschen Reichspost). Enge bauliche Gegebenheiten, anspruchsvolle Schallschutzanforderungen sowie der Einbau der Wärmepumpen mittels Schwerlastkran ins Dachgeschoß des Technikgebäudes erforderten präzise Koordination und technisches Know-how. Hinzu kamen regulatorische Rahmenbedingungen – unter anderem das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) – sowie die Beantragung und Bewilligung von Fördermitteln. Das Projekt zeigt eindrucksvoll: Klimaschutz im Bestand ist anspruchsvoll, aber mit der richtigen Expertise und starken Partnerschaften erfolgreich umsetzbar.

Für uns hat das Projekt strategische Bedeutung. „ITK-Netzknoten produzieren kontinuierlich Wärme, die bisher oft ungenutzt bleibt. Indem wir sie in bestehende Systeme einbinden, schaffen wir eine echte Win-Win-Situation: weniger Emissionen und eine stabile Wärmeversorgung“, erklärt Christopher Mathea, Leiter & Head of Technology Development. Die Abwärmenutzung am Pallasseum ist ein Pilotprojekt mit Vorbildcharakter. Gemeinsam mit der Deutschen Telekom werden weitere Standorte geprüft, an denen sich ähnliche Synergien realisieren lassen – sowohl für externe Partner als auch innerhalb des Konzerns.

Gerade in urbanen Räumen, in denen ITK-Netzknoten und Wohnquartiere räumlich nah beieinander liegen, eröffnet die intelligente Nutzung von Abwärme neue Perspektiven für die Wärmewende. Das Projekt am Pallasseum unterstreicht die Rolle der PASM als Enabler nachhaltiger Energielösungen im Telekom-Umfeld – technisch fundiert, wirtschaftlich tragfähig und partnerschaftlich umgesetzt.

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